Kommunale Wertschöpfung schafft lebenswerte Gemeinden

Das diesjährige Kommunalwirtschaftsforum stand ganz im Zeichen der lebenswerten Gemeinde. „Gemeinsam handeln für die lebenswerte Kommune“ lautete der eingängige Titel und lieferte damit eine ebenso einfache wie treffende Zielformulierung.



Die Gemeinden sind als Ursprungsform des Gemeinsamen anzusehen und die Synergieeffekte des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens sind hinlänglich bekannt. Dabei gilt es, sich der positiven Wechselwirkungen zu bedienen und nach dem Motto „Handeln statt Blockieren“ jene Projekte anzupacken und umzusetzen, die einen Mehrwert für alle Betroffenen mit sich bringen. Der Trend geht also von der Individualität wieder vermehrt hin zum Gemeinsamen. Das gemeinsame Handeln ist dabei als Inbegriff eines hohen und wertvollen Gutes anzusehen, jedoch wurde aus dieser tief verwurzelten Selbstverständlichkeit mancherorts eine Rarität.

 

Der Trend geht von der Individualität wieder vermehrt hin zum Gemeinsamen.

Dem gilt es entgegenzuwirken und das Zusammenspiel zwischen Gemeinden, kommunaler Wirtschaft und Bürgern zu optimieren. Der aktuelle Pitters KOMMUNALTrend zeigt dabei erneut die wichtigsten Herausforderungen aus Sicht der kommunalen Entscheidungsträger auf. Eine zentrale Kennziffer der Gemeinden ist demnach die finanzielle Gebarung und damit verbunden eine hohe Handlungsfähigkeit, um flexibel auf kurz-, mittel- und langfristigen Investitionsbedarf reagieren zu können.

Die kommunale Wertschöpfung

Weitere Ergebnisse zeigen die Bedeutung der kommunalen Wertschöpfung als Faktor für die österreichische Wirtschaft. Als Hindernisse für zusätzliche Investitionen auf Gemeindeebene werden insbesondere fehlende Finanzierung und fehlende Förderung genannt, daneben ist vor allem auch der fortschreitende Informationsbedarf auf kommunaler Ebene zu berücksichtigen. So wünscht sich beispielsweise jede zweite Gemeinde zusätzliche Beratung zu innovativen Themen wie etwa Energieeffizienz, Breitbandausbau, Mobilität oder Bildung der Zukunft. Eng damit verknüpft ist auch die Digitalisierung der Gemeinden, so werden kommunale Entscheidungsträger künftig verstärkt auch soziale und virtuelle Netzwerke berücksichtigen, da längst nicht mehr der gesamte Kommunikationsfluss in herkömmlichen, persönlichen Bahnen verläuft.

Welche Rolle spielen Gemeindetypologien?

Diesen modernen Entwicklungen und Herausforderungen stellt sich auch die kommunale Trendforschung. Die Generierung von Gemeindetypologien ermöglicht dabei die Einordnung der österreichischen Kommunen, etwa in eher bewahrende oder innovative Ausrichtungen. Pitters KOMMUNALTrend erforscht in diesem Zusammenhang laufend lokale Trends sowie Unterschiede und dabei zeigt sich, dass die Gemeinden sehr heterogen sind.

Die präzise Analyse ermöglicht Unternehmen die Kooperation mit relevanten Gemeinden ohne Streuverluste.

Im Fokus stehen daher die konkrete Planung, Finanzierung und Umsetzung individueller Projekte auf Gemeindeebene. Diese präzise Analyse aus unterschiedlichen Gesichtspunkten ermöglicht es interessierten Unternehmen mit den relevanten Gemeinden ohne Streuverluste kooperieren können. Und dieses gemeinsame Handeln führt - ganz nach dem Motto des Kommunalwirtschaftsforums - zu vermehrter regionaler Wertschöpfung und zu noch lebenswerteren Gemeinden.

Dr. Harald Pitters, Trendexperte & Kommunalforscher bei Pitters Trendexpert war Referent am Kommunalwirtschaftsforum am 20./21. Oktober 2016 in Graz.


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Bildnachweis: © Business Circle

Georg Reiser

Als sprichwörtliche Leseratte verbringt Georg den größten Teil seiner Zeit auf der Suche nach dem "Friedhof der verlorenen Bücher" oder wartet hoffnungsvoll auf Godot. Wenn er nicht gerade Abenteuer in seinem Kopf besteht, versucht er seinem Namen gerecht zu werden und möglichst viel von der Welt zu sehen.

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