CFO Forum 2017: Digitalisierung bringt mehr Chancen als Risiken

Das CFO-Forum versammelte 200 CFOs und Finanzexperten für zwei Tage in Stegersbach.

Den Vortragsreigen eröffnete Michael Braungart von der Rotterdam School of Management mit seinem „Cradle to Cradle“-Ansatz für die finanzielle Unternehmensführung. Axel Kühner, CEO der Greiner Holding, beschäftigte sich anschließend mit der nachhaltigen Wertschöpfung auf globalen Märkten.
Es folgten das CFO-Stimmungsbarometer 2017 von Gerhard Marterbauer (Deloitte), die CFO-Agenda 2017 mit Reinhard Florey (OMV), Barbara Potisk (RHI) und Mark Tonkens (Borealis). Evelyne Freitag (Sanofi-Aventis Deutschland) widmete ihren Vortrag dem CFO der Zukunft als digitaler Change Manager.
Anschließend stellten sich die CFOs von OMV und RHI den Fragen von Pioneers Discover CFO Christoph Schnedlitz. Sie definierten die Rolle des Finanzverantwortlichen als Manager des selbstgewählten Risikos. Oft müssten sie unternehmensintern die Frage nach dem Warum stellen, um die Projektvorschläge ihrer Mitarbeiter auf deren Substanz abzuklopfen.

Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung beleuchtete die Finanz- und Wirtschaftspolitik in Europa. Er zitierte eingangs Kurt Tucholsky: „Das Volk versteht das meiste falsch, aber fühlt das meiste richtig“. Damit sprach er die drei Phänomene Populismus, Paralyse und Protektionismus an, die momentan weltweit das Klima in der Politik dominieren. Fratzscher sieht Europa nach wie vor in der Krise, wobei er vor allem Italien aufgrund der schwellenden Bankenkrise problematisch einordnet. Relevantes Wirtschaftswachstum sieht er vor allem in Asien. Im Vergleich zu den USA hält er die Produktivitätssteigerungen in der EU für zu gering.
Markus Hengstschläger von der Medizinischen Universität Wien machte den Teilnehmern des CFO-Forums in seinem launigen und kurzweiligen Vortrag Mut, Individualität als Innovationsmotor und Chance zu begreifen.  

In der Diskussionsrunde mit Margit Schratzenstaller (WIFO), Robert Ottel (voestalpine), Christoph Klein (Arbeiterkammer Wien), Margarete Schramböck (A1 Telekom Austria) und Peter Lennkh (RBI) wurde die Standort- und Steuerpolitik in Österreich auf den Prüfstand gestellt. Schratzenstaller monierte in ihrem Eingangs-Statement: „In Österreich ist der Blick auf das große Ganze verloren gegangen.“ Sie ortete eine ineffiziente Mittelverwendung von Steuergeldern und nannte etwa Bildung und Gesundheit als treffende Beispiele.
Abschließend gab der Ökonom Peter Brezinschek (RBI) einen über weite Strecken positiven Konjunkturausblick. Brenzinschek betonte: „Die Zinskurve in den USA wird sich unter Donald Trump aufstellen. Das passiert in einem global robusten Konjunkturumfeld mit der Chance auf ein Comeback der Inflation.“
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Heiko Hofmann

Heiko ist ein alter Hase im Business, kommt ursprünglich aus Bayern und ist in Frankfurt aufgewachsen. Er liebt Tweed und Tracht, fährt jährlich auf ein Sommerlager und genießt Abends gerne mal Single Malt oder eine Pfeife.

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