101. Breakfast Briefing: Was Führungskräfte von einem Rabbiner lernen können

Zum ersten Breakfast Briefing nach der Sommerpause – dem 101. insgesamt – konnten wir heute morgen zusammen mit RBI und PwC Herrn Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg begrüßen.

Wir eröffneten zusammen mit BRI und PwC die Breakfast Briefing Herbstsaison mit einem Vortrag von Paul Chaim Eisenberg, dem ehemaligen, nun pensionierten Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens. Er versuchte der Frage nachzuspüren, was Führungskräfte von einem Rabbiner lernen können.
Für Eisenberg brauche es als Führungskraft „Optimismus, Realismus, Herz und den Willen, die Zukunft zu gestalten.“ Gerade in einer Zeit, in der Politik und Gesellschaft zusehends extremere Lager bilden, brauche es Menschen mit der Fähigkeit, Kompromisse verhandeln und eingehen zu können. „Ohne Optimismus ist es zurzeit nur schwer auszuhalten“, betonte Eisenberg mit einem Augenzwinkern.
Erfolgreiche Manager können seiner Ansicht von allen Mitmenschen etwas lernen und am meisten von den eigenen Mitarbeitern und Kollegen. Gleichzeitig verwies er auf eine entsprechende Stelle im Talmud, eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums. Die Weitergabe des eigenen Wissens hält er für essenziell: „Wenn eine Kerze eine andere Kerze anzündet, erlischt das erste Licht nicht.“
Besonders wichtig ist dem ehemaligen Oberrabbiner das Streben „nach einer Einheit in der Vielfalt“ - sei im religiösen, kulturellen oder gesellschaftlichen Sinn. Gleichzeitig können Führungskräfte von den Versöhnungs- und Fastritualen rund um Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, lernen. „Ich versöhne mich mit meiner Frau jeden Abend“, fügte er scherzend hinzu.
Er lehne es ab, dass Attentate und Terrorismus im Namen von Religionen durchgeführt werden: „Fast alle Konflikte entspringen religiösen Hintergründen, aber nicht alle.“ Der Schlüssel einer erfolgreichen Integration liege für Eisenberg nicht in der Assimilation mit Lederhose und Wiener Walzer, sondern wie gesagt in der Einheit, in der Vielfalt möglich ist.

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Bildnachweis: © Business Circle

Heiko Hofmann

Heiko ist ein alter Hase im Business, kommt ursprünglich aus Bayern und ist in Frankfurt aufgewachsen. Er liebt Tweed und Tracht, fährt jährlich auf ein Sommerlager und genießt Abends gerne mal Single Malt oder eine Pfeife.

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