Kommunalwirtschaftsforum: Das Rathaus von morgen

Das Kommunalwirtschaftsforum am 15./16. März stand ganz im Zeichen der Innovation. Erfolgreiche Projekte zeigten, welches Potenzial sich der Stadt, dem ländlichen Raum und der Privatwirtschaft bietet.

 Was macht eine lebenswerte Kommune aus? Zu Beginn des 7. Kommunalwirtschaftsforums schickte der Linzer Bürgermeister Klaus Luger diese Frage ins Publikum. Alle zukünftigen Bemühungen zu Innovation und Digitalisierung müssen sich an dieser Frage orientieren. Denn innovative Technik kann nur das Mittel, nicht das Ziel sein. Letztendlich geht es um Leistungen für BürgerInnen und nicht jede Neuerung ist ein Fortschritt.

Das Kommunalwirtschaftsforum als Projekt einer Gemeinschaft

Als Beispiel innovativer Leistung nennt Luger die erfolgreiche Umsetzung von „Schau auf Linz“. Die Plattform für Beschwerde-Management erleichtert die Meldung von Problemen des öffentlichen Raumes. Wesentlich dabei ist die Transparenz. So sollen BürgerInnen sehen können, wie die Verwaltung auf Probleme reagiert. Das Konzept hat Linz von Graz Holding übernommen und angepasst. Auf diese Weise konnte die Stadt kostenschonend ein funktionierendes System umsetzen.

Es geht nicht darum, Dinge neu zu erfinden. Man muss sie neu kombinieren. 
Gerhard Hammerschmid

Die Initiatoren Siemens Österreich, Raiffeisen-Leasing, Deloitte und Swietelsky stellten in der diesjährigen Ausgabe des Kommunalwirtschaftsforums die Themen Zusammenarbeit und Innovation in den Mittelpunkt. Als Veranstalter kann Business Circle erneut eine Steigerung der Teilnehmerzahl verzeichnen, was die Relevanz der Veranstaltung unterstreicht.

Innovative Partnerschaften

Innovation erfordert große Anstrengungen. Für die Gestaltung von Projekten gab der Verwaltungs-Forscher Gerhard Hammerschmid praxisnahe Ratschläge. Die Umsetzung neuer Projekte ist in den Kommunen am einfachsten möglich, weil man in einem solchen Rahmen leichter Neues ausprobieren kann. Außerdem ist es vergleichsweise einfach, funktionierende Programme in der eigenen Kommune umzusetzen.

Die kommunale Ebene ist die entscheidende.
Gerhard Hammerschmid

Das ist ein zentraler Hinweis von Hammerschmid: Nicht jede Gemeinde muss Innovation von Grund auf neu denken. Funktionierende Konzepte kann eine Kommune von anderen übernehmen und weiterentwickeln. Von dieser Zusammenarbeit profitieren letztlich alle, weil die Kommunen das Know-How und die Erfahrungen weitergeben können. Um eine solche Zusammenarbeit zu organisieren, gewinnen digitale Beteiligungs-Plattformen wie „citizenlab“ an Bedeutung.

Man macht nur dann keine Fehler, wenn man nichts tut.
Maria-Luise Mathiaschitz

Für Bürgermeister Lugar gibt es besonders in der Verwaltung noch Potenzial, um Kommunikation sinnvoller und effektiver zu gestalten. Dabei sind die Voraussetzungen für Verwaltungs-Innovationen in Österreich überdurchschnittlich gut. Momentan ist die Umsetzung von E-Government hierzulande doppelt so weit fortgeschritten, wie in Deutschland.

Widerstände managen

Als Vorzeigeprojekt der Stadt Klagenfurt hat Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz die digitale Stadtplanung vorgestellt. Klagenfurt hat die Stadt digital als Modell nachgebildet. Höhe und Fläche von Gebäuden lassen sich schnell einsehen, außerdem kann ein geplantes Haus ins Modell eingefügt werden. So kann man schon früh abschätzen, wie sich das Stadtbild verändern wird. Die Umsetzung solcher Projekte stößt anfangs allerdings oft auf Unverständnis, sagt Mathiaschitz. Dass Innovationen auch oft scheitern, gehört eben zum Prozess. Hier braucht es Akzeptanz und eine neue Fehlerkultur.

Die Location der Tabakfabrik Linz zeigte den Anwesenden, wie man ein altes Konzept neu gestalten kann. Der Veranstaltungsort versteht sich als Modell kreativer Zukunftsplanung und bietet Raum für Experimente. In Kürze realisiert die Tabakfabrik „Strada del Start-up“, wo sich Neugründungen gegenseitig ergänzen sollen. Große Vorhaben werden im kleinen Rahmen umgesetzt und dann erweitert. Innovative Kommunalpolitik als Impuls für das ganze Land.

Das 7. Kommunalwirtschaftsforum fand am 15. & 16. März in Linz statt. Für Informationen zum KWF 2019 verfolgen Sie unseren Blog, Facebook oder unseren Newsletter.

 

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Bildnachweis: © Business Circle

Christina Fuchs

In einer Geschichte von Astrid Lindgren wäre sie bestimmt Sachensucherin. Ob beim Kochen, beim Essen gehen, beim Reisen, oder beim Schwammerl sammeln in den heimischen Bergen, Christina liebt das Abenteuer fernab von ausgetretenen Pfaden.

fuchs@businesscircle.at
+43 1 522 58 20 – 20

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