Das schlummernde Potenzial von B2G

Österreichs Wirtschaft brummt. Das ist prinzipiell gut. Sie könnte aber auch jauchzen. Ein möglicher Weg dahin führt über B2G.

Andreas Hussak, Redakteur beim Österreichischen Kommunal-Verlag, beleuchtet das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und staatlichen Stellen. Wie können wir gemeinsam handeln um eine lebenswerte Kommune zu sichern? Welche lokalen Antworten gibt es für globale Herauforderungen? Am Kommunalwirtschaftsforum in Linz am 15. und 16. März diskutieren Bürgermeister und Vetreter der Kommunal-Wirtschaft über die Zukunft unserer Kommunen.

Potenzial bei der Zusammenarbeit Business-to-Government

Business-to-Government bezeichnet die Kommunikations- und Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und staatlichen Stellen. Entschließt sich ein Unternehmen dazu, Geschäfte mit der öffentlichen Hand abzuwickeln, sind ein paar grundsätzliche Besonderheiten zu beachten. So sind beispielsweise Ausschreibungen, Vergaberichtlinien, oder die Transparenz ganz besonders sensible Bereiche. Dafür sind die Krisen- und Zahlungssicherheit ein Vorteil, denn gerade in Zeiten, in denen es wirtschaftlich stockt, muss die öffentliche Hand investieren.

Die bürgernächste der Verwaltungsebenen sind die Gemeinden, die „dritte Säule des Staates“. Gerade auf dieser Ebene liegt ein enormes Potenzial für österreichische Betriebe. Das Bestbieterprinzip erlaubt in Ausschreibungen indirekt, österreichische Betriebe zu bevorzugen, indem man beispielsweise kurze Zulieferwege als Umweltkriterium mitaufnimmt. 

Viele Gemeinden haben zudem den Wunsch, die regionale oder lokale Wirtschaft zu stärken.

Eine weitere Ursache dafür, dass noch viel Luft nach oben ist, sind der Personal- und Wissensstand gerade in den kleineren Gemeinden. Österreich hat 2.100 Gemeinden. Die wenigen großen unter ihnen haben einen Verwaltungsapparat, der ihnen die Ressourcen gibt, sich am Markt gut zu orientieren und informieren. Doch die meisten Kommunen sind kleiner oder mittlerer Größe und haben „nur“ Nebenerwerbs- und Teilzeitbürgermeister. Nicht selten schupft der Amtsleiter eine Gemeinde Großteils im Alleingang.

Kommunalwirtschaftsforum

 

In einer aktuellen Stellenausschreibung einer Gemeinde aus dem Innkreis wird vom Amtsleiter erwartet, dass er das Gemeindeamt und die gesamte Verwaltung leitet, die Dienstaufsicht über alle Dienststellen führt, sämtliche Personalangelegenheiten übernimmt, Gemeinderats-, Gemeindevorstands- und Ausschussbeschlüsse vorbereitet, erledigt und umsetzt, und weiters die Rechts-, Finanzierungs-, Vertrags- und ortspolizeiliche Angelegenheiten regelt. Zusätzlich ist er für die gesamte Abwicklung sämtlicher Projekte und Bauvorhaben der Gemeinde verantwortlich. Kassenführung sowie Budgeterstellung bzw. Budgetabwicklung sollen ebenfalls sein Kompetenzbereich sein. Ein Tausendsassa und Alleskönner also. Es liegt auf der Hand, dass jemand mit dieser Aufgabenfülle keine Ressourcen frei hat, um sich eigeninitiativ und ausführlich mit Hintergründen und den diversen am Markt befindlichen Anbietern und Innovationen auseinander zu setzen. Die allermeisten Entscheidungsträger in den Gemeinden sind offen und dankbar, wenn die Wirtschaft auf sie zukommt, und ihnen Lösungen anbietet, die auf ihre Anforderungen angepasst sind.

Die Gemeinden sind der größte öffentliche Investor Österreichs

Pro Jahr werden flächendeckend mehr als 20 Milliarden Euro ausgegeben. Sie stellen die Infrastruktur sicher (Straßen, Strom, Wasser, Müllentsorgung, Post und Telekommunikation), die soziale Versorgung und Gesundheit (Krankenhäuser, Pflegeheime), sind für Kultur und Bildung zuständig (Schulen, Kindergärten), pflegen öffentliche Freiflächen (Parks, Freizeitanlagen, Friedhöfe) und kümmern sich um Verwaltung, Sicherheit und vieles mehr. Für all diese Aufgaben werden externe Dienstleister und moderne, praktikable Produkte benötigt. Dafür suchen die Kommunen starke Partner, die die besten Lösungen umsetzen können. Sie brauchen die Innovationen der österreichischen Unternehmen. Eine Plattform, die alles rund um die Kommune anbietet, ist Kommunalbedarf.at. Hier findet eine Gemeinde schnell und einfach zahlreiche Anbieter.

Mehr über die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und staatlichen Stellen erfahren Sie am Kommunalwirtschaftsforum.


Kommunalwirtschaftsforum
Gemeinsam handeln für die lebenswerte Kommune
15. / 16. März 2018, Linz

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Bildnachweis: © Business Circle

Christina Fuchs

In einer Geschichte von Astrid Lindgren wäre sie bestimmt Sachensucherin. Ob beim Kochen, beim Essen gehen, beim Reisen, oder beim Schwammerl sammeln in den heimischen Bergen, Christina liebt das Abenteuer fernab von ausgetretenen Pfaden.

fuchs@businesscircle.at
+43 1 522 58 20 – 20

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