RuSt 2018: „Bewährtes bewahren, Neues ermöglichen“

Zum 22. Male fand am 18./19. Oktober die RuSt in Rust, das Jahresforum für Recht und Steuern statt.

Romy Faisst begrüßte über 200 Juristen und Steuerexperten und erfüllte zunächst die traurige Pflicht, des langjährigen fachlichen Leiters und Mit-Initiators der RuSt, Univ. Prof. Dr. Hanns F. Hügel zu gedenken, der vergangenen Herbst viel zu früh verstorben war.

Eröffnungssession

Dr. Clemens Hasenauer, der dem Wunsch Prof. Hügels entsprechend die fachliche Gesamtleitung übernommen hatte stellte sich vor und eröffnete das Jahresforum.
In der ersten der zwei parallelen Eröffnungssessions wurden von Dr. Hasenauer, Univ.-Prof. Dr. Klaus Hirschler von der WU Wien sowie von RA & StB Jens Hafemann von Cleary Gottlieb aus Frankfurt a.M. der Fall einer grenzüberschreitenden Verschmelzung betrachtet, wobei für die behandelte Case-Study von mehreren realen Fällen die jeweils komplexesten Sachverhalte ausgewählt wurden.
Die zweite Eröffnungssession beschäftigte sich mit dem hochaktuelle Thema Strategischer & rechtlicher Implikationen von internen Untersuchungen in Unternehmen, wobei Robert Eichler, der OMV-SVP für Internal Audit und Compliance zusammen mit Andreas Wieselthaler vom Bundesamt für Korruptionsbekämpfung nicht nur die Situation in Österreich, sondern vor allem auch die in Ländern wie Pakistan oder am Schwarzen Meer unter die Lupe nahmen.

Quergedacht: Wie wir die Menschen auf der Reise des Wandels mitnehmen

Der norwegische Wirtschaftsphilosoph Anders Indset begeisterte das Publikum nicht nur mit seiner unkonventionellen Art, sondern auch mit seiner Sicht auf die Dinge. Wissen ist in der Internet-Gesellschaft vorhanden, es fehlt aber eine Kultur des Verstandes. Auch wenn die fortschreitende Entwicklung künstlicher Intelligenz manche Berufsbilder zukünftig obsolet machen wird, wurde eben noch keine „artificial consciousness“ entwickelt. Er lud die Teilnehmer ein, sich selbst zu Gestaltern des Wandels und Kuratoren des Mitgefühls zu machen und gab acht Prinzipien mit auf diesen Weg:

  1. Das Warum: einen Sinn schaffen und damit sichergehen, dass alle neue Entwicklungen mittragen
  2. „Byebye blabla“: neue Geschäftsmodelle unabhängig von leeren Worthülsen entwickeln
  3. Die 5 „inters“ of change: interessiert sein, interessant sein, interdisziplinär arbeiten; die Interdependenz seines Netzwerkes erkennen und aus dem interspace, den Leerräumen zwischen den Disziplinen Neues entstehen lassen.
  4. Durchhaltevermögen: Was in Zukunft tragfähig sein soll, muss langsam und kontinuierlich aufgebaut werden
  5. Fehlerkultur haben: "Außer, man ist Pilot oder Chirurg", wie Indset lachend anmerkte
  6. Kulturisieren: das heißt, den gewollten Wandel auch zu leben. Es reicht dazu nicht, sein Büro einfach in ‚Change Space‘ umzubenennen
  7.  Geschichten aufbauen und jeden Tag trainieren, dann werden sie stärker und stärker
  8. Wir lernen aus Krisen – im Rückspiegel erkennt man das dann. Aber in Zukunft wird es nicht mehr reichen, auf die nächste Krise zu warten. 
Seine Werbeagentur wechselt man schnell, den Anwalt nicht – da ist Ihre Chance

(Anders Indset)

Das Abendprogramm begann heuer mit einem „Walk of pleasure“ bei dem die RuSt-Familie an einem herrlichen Herbstabend den Weg vom Konferenzhotel zum Restaurant des Abendessens zu Fuß zurücklegten und dabei an einzelnen Stationen am Weg schon mit Getränken, Maroni und Vorspeisen versorgt wurden, bevor das mit magischer Unterhaltung begleitete Abendessen begann und schließlich die traditionelle RuSt-Party startete.

Der zweite Konferenztag begann für Interessierte mit einem Arbeitsfrühstück, in dessen Rahmen junge Jus-Studierende mit den erfahrenen Juristen aus dem Teilnehmerkreis in Austausch traten und unter anderem darüber sprachen, welche Kompetenzen junge Juristen heute haben sollten und welche Kosequenzen die fortschreitende Digitalisierung mit sich bringt.

Auch die Klassiker der RuSt kamen nicht zu kurz

In fünf parallelen Themenstreams wurden neben Kapitalmarktrecht, Unternehmensrecht, Steuerrecht und Bankrecht auch weitere aktuelle Themen wie Legal Tech und die Datenschutz-Grundverordnung behandelt. Einige Themen waren das Jahressteuergesetz 2018, ein Update internationales Steuerrecht, Neues durch MiFID 2 & PSD 2 oder kapitalmarktrechtliche Updates zu Publizitätspflichten, Delisting oder Shareholder Activism.
In der abschließenden Podiumsdiskussion „Rechtssaat versus Richterstaat“ sprachen mit Sieglinde Gahleitner, (Verfassungsgerichtshof) Hannes Jarolim (Abg.z.NR, Justizsprecher der SPÖ), Günther Ofner (Flughafen Wien) sowie Heinz Mayer und Paul Oberhammer (Universität Wien) Vertreter der Jurisdiktion und der Legislative, Hochschullehrer und ein Unternehmensjurist über die Gegensatz von Anwendung von Recht und Schaffung nur Rechtsnormen und inwiefern diese sich auf Legislative und Jurisdiktion als kommunizierende Gefäße auswirken.
Romy Faisst verabschiedete die Teilnehmer und gratulierte Clemens Hasenauer zu seiner gelungenen Premiere als neuer fachlicher Gesamtleiter.

Ein besonderer Dank gilt den Partnern und Sponsoren.

Die RuSt 2019 findet am 17./18. Oktober statt. Hier geht zurück zur RuSt-Homepage

Bilderalbum RuSt 2018:

 

 

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Bildnachweis:

Heiko Hofmann

Heiko ist ein alter Hase im Business, kommt ursprünglich aus Bayern und ist in Frankfurt aufgewachsen. Er liebt Tweed und Tracht, fährt jährlich auf ein Sommerlager und genießt Abends gerne mal Single Malt oder eine Pfeife.

hofmann@businesscircle.at
+43 1 522 58 20-30

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