Pflege 5.0 – Der Patient als Cyborg

Pflege 5.0 – das ist der Einsatz digitaler Techniken wie RFID, Blockchain oder Augmented Reality im Gesundheits- und Sozialbereich. Beim 11. Pflege Management Forum vom 7. bis 8. März 2019, das im Zeichen der Digitalisierung steht, wird sich der deutsche Visionär Karl-Heinz Land den digitalen Anforderungen und Bedürfnissen von Führungskräften im Pflege- und Gesundheits- sowie im Sozialbereich widmen. Denn durch die steigende Lebenserwartung sind die stetig wachsenden Bereiche Gesundheit und Pflege besonders betroffen.

 

Digitalisierung ändert alles. – Und nichts

– Karl-Heinz Land

Der Serienunternehmer, Investor und Top-Berater hat die Digitalisierung zu seinem Herzensthema gemacht – verdeutlicht durch den in seiner Hand implantierten RFID-Chip, der ihm nicht nur Türen öffnet und im Öffi-Verkehr das Bezahlen erleichtert, sondern auch die Visitenkarte stets parat hält. Lands Bücher – allesamt Bestseller – tragen Titel wie „Erde 5.0“, „Digitaler Darwinismus“ oder „Digitale Markenführung“. Seine These: Alles, was technisch möglich ist, wird passieren – und alles, was bequem ist, wird sich durchsetzen.

Alle Neuerungen auf einen Blick?

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Digitale Techniken in der Zukunft

Die Pflege wird künftig ein weites Betätigungsfeld für Roboter bieten. Davon konnte sich Karl-Heinz Land in Japan überzeugen. „Wie soll eine 50-Kilo-Frau einen 80-Kilo-Patienten wenden, ohne selbst Schaden zu nehmen? Roboter werden hier in Zukunft eine große Rolle spielen.“ Auch sogenannte Exo-Skelette – überziehbare Skelette –, die Querschnittgelähmten und Reha-Patienten (wieder) eigene Schritte ermöglichen, sind ein weiteres Einsatzfeld digitaler Techniken.

Fiebermessen durch die Brille

Eine andere spannende Einsatzmöglichkeit ist Augmented Reality (AR). „Die Krankenpflegerin betritt ein Zimmer – und sieht in ihrer AR-Brille eingeblendet: Das ist Herr Müller, der hat heute Geburtstag, außerdem muss er eine Spritze bekommen.“ AR-Technologie könne die Krankenpflege weitaus stressfreier – und sicherer – machen. Auch die Temperatur einzelner Patienten, aber auch Alarme auf anderen Zimmern, kann Pflegekräften derart übermittelt werden.

Kosten solche Techniken nicht jede Menge Geld? Müssen kleine Spitäler darauf verzichten? „Gerade die Kleinen werden es sich leisten müssen“, sagt der Experte, denn die Effizienz schlage sich vor allem im Bereich der Administration und Büroarbeit nieder, die jede Menge Zeit und Ressourcen kostet. Fest steht auch: Die neuen digitalen Techniken werden das Ansehen der Pflege erhöhen. „Ich verstehe überhaupt nicht, warum Pflegekräfte nicht das Ansehen genießen, das diesem Beruf zusteht, wo diese sich doch lebenden Menschen widmen“, wundert sich Land.

Der Alarm vom Unterhemd

"Die wichtigste Neuerung ist die Erfassung und Verarbeitung von Vitaldaten. Datensparsamkeit funktioniert in dieser digitalen Welt nicht mehr“, sagt Karl-Heinz Land. Er spricht in diesem Zusammenhang von Datensouveränität – die über reinen Datenschutz weit hinausgehe. In Zukunft bestimmt jeder selbst, ob, wann, wie und wem die eigenen Daten zur Verfügung stehen. Genau das nämlich sei Digitalisierung 5.0: die Autonomisierung – während es bei 4.0 noch um reine Automatisierung ging. „5.0 – das sind vollautonome cyberphysische Systeme, die mir einen Terminvorschlag für ein EKG übermitteln, sobald das Pflaster auf meiner Brust oder der Chip in meiner Unterwäsche – bzw. im Körper – Unregelmäßigkeiten in der Herzfrequenz misst“, sagt Land. Bis zu fünf Tage könne ein drohender Herzinfarkt so vorhergesagt werden.

In einer elektronischen Gesundheitsakte wie der ELGA sind Gesundheitsdaten abrufbar. In Deutschland gibt es Vergleichbares nicht. Land ist aber überzeugt: „Die Verschwendung ist so enorm, dass das erzwungen werden muss.“ Sicherheit sei kein Thema mehr – seit es digitale Techniken wie die Blockchain gibt. Eine Regierung dürfe an solche Daten dennoch nicht heran, so Land. Und wer nicht mitmachen will, macht einfach nicht mit – wird aber damit rechnen müssen, in Zukunft höhere Versicherungsbeiträge zu zahlen.

Karl-Heinz Land ist Gründer der Digital und Strategieberatung neuland, die laut Ranking der Zeitschrift „brand eins“ wiederholt zu den besten Deutschlands zählt. Er ist Co-Autor des Bestsellers „Digitaler Darwinismus”; im Sept. 2018 erschien sein neuestes Buch „Erde 5.0 – Die Zukunft provozieren“.

Am 7. / 8. März 2019 ist er Key-Note Speaker beim Pflege-Management Forum in Wien.

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Bildnachweis: © Business Circle, Karl-Heinz Land

Georg Reiser

Als sprichwörtliche Leseratte verbringt Georg den größten Teil seiner Zeit auf der Suche nach dem "Friedhof der verlorenen Bücher" oder wartet hoffnungsvoll auf Godot. Wenn er nicht gerade Abenteuer in seinem Kopf besteht, versucht er seinem Namen gerecht zu werden und möglichst viel von der Welt zu sehen.

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