Technologieunternehmer Georg Kopetz beim Breakfast Briefing

„Mein Auto parkt sich gerade ein.“ In 8 Jahren werden Dinge möglich sein, die man bis jetzt als Science-Fiction angesehen hat. Am Breakfast Briefing zeigte Georg Kopetz einem staunenden Publikum, was die technologische Zukunft bringt.

Romy Faisst, Business Circle, Gerald Dipplinger, PwC und Werner Mörth, RBI begrüßten am 2. März über 100 Fach- und Führungskräfte zum 113. Breakfast Briefing.

Wenn Sie sich in den neuen Audi setzen, sind Sie nicht allein. Denn der Audi A8 ist das erste Auto, das Ihnen einen Autopiloten zur Seite stellt. Zum ersten Mal ist es möglich, das Lenkrad loszulassen und der Software das Steuer zu überlassen. Dass wir das heute können, liegt auch an Georg Kopetz. Mit seinem Unternehmen TTTech arbeitet er an Software für autonome Systeme. Zu seinen Kunden zählen führende Technologie-Unternehmen: Samsung, NASA, Audi. Beim Breakfast Briefing gab er Einblick in die Chancen der Zukunft und erklärt, warum Österreich seine Möglichkeiten (noch) nicht ausreichend nutzt.

Kurzer Video-Teaser:

Den Trend erkennen

Was im Jahr 1998 als kleines Start-up begann, eröffnet in Shanghai bald die elfte Niederlassung. Heute arbeiten über 1.500 Menschen bei TTTech, dem Technologie-Führer im Bereich der vernetzten Sicherheits-Steuerung. Georg Kopetz sieht als Grund für die Erfolgsgeschichte des Unternehmens gerade die Zusammenarbeit mit Audi. Die neuen Autos des Konzerns sind dank TTTech lernfähig – ein Konzept, das bisher noch kein Hersteller bei einem Auto umgesetzt hat. Durch Sensoren können die Fahrzeuge ihre Umwelt erkennen und interpretieren. Dabei deckt die Sensorik den Bereich um das gesamte Auto ab und „sieht“ daher mehr als der Fahrer. Die Software wertet diese Informationen kontinuierlich aus, um den Autopiloten zu verbessern. Die Muster Ihres Fahrstils verarbeitet das System und gleicht sie mit der Cloud ab. Das Konzept des selbstfahrenden Autos setzt Audi erstmals im Stauverkehr bis 60 km/h um.

Weitreichende Folgen für alle Branchen

Der technologische Fortschritt wird sich nicht verlangsamen. Und er wird alle Bereiche des Lebens betreffen. Kopetz stellt dies an praktischen Beispielen dar: In Italien wurden automatisierte Müllfahrzeuge getestet. Pro Mülltonne konnte das autonome System im Vergleich zur manuellen Entleerung 30 Sekunden einsparen. Hochgerechnet ist das nicht nur eine ungeheure zeitliche Ersparnis – es kommt auch der Stauvermeidung und der CO2-Reduktion zugute.

Diese Ergebnisse lassen sich auf beinahe alle Branchen umlegen. Zum Beispiel wird die Effizienz landwirtschaftlicher Maschinen auf diese Weise drastisch erhöht, weil die Bewirtschaftung auch nachts möglich ist. Die Auswirkungen auf die Baubranche und den Speditionsverkehr sind ebenso groß. Die Möglichkeiten hinter diesen Entwicklungen sind kaum abzusehen.

Standortvorteil Österreich

Der Digital Leader bei PwC Österreich, Gerald Dipplinger, wies in seiner Vorrede auf vielsagende Kennzahlen hin. Derzeit sind 3% aller Jobs von der Automatisierung bedroht. In zehn Jahren werden es schon 30% sein. Ein Anlass zur Sorge? Georg Kopetz meint: Nein. Mit Förderung persönlicher (Weiter-)Bildung kann die Politik diesem Trend entgegenwirken. Ebenso nimmt Kopetz die Finanzwirtschaft in die Pflicht. Es ergeben sich zwar Chancen und neue Berufsfelder. Damit die gesamte Gesellschaft von der Digitalen Transformation profitiert, ist aber eine Umverteilung der Wertschöpfung notwendig.

Die EU und Österreich müssen massiv in den Kapitalmarkt investieren – gerade in Start-ups. Neue Strukturen müssen geschaffen werden, damit Österreich seinen riesigen Standortvorteil nutzen kann. Als Beispiel nennt Kopetz Exit-Strategien für Start-ups. Ein zentraler Ansatz zukunftsorientierter Politik ist, dass nach dem Verkauf von Start-ups diese im Besitz europäischer Unternehmen verbleiben. In 10 Jahren könnte sich ein neues Silicon Valley in der EU befinden, dazu muss man aber heute die richtigen Weichen stellen.

Hier können Sie das Breakfast Brieifng in voller Länge ansehen:
das Video wurde produziert von NeuKurs

 

 

Hier die Fotorückschau:

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Bildnachweis:

Heiko Hofmann

Heiko ist ein alter Hase im Business, kommt ursprünglich aus Bayern und ist in Frankfurt aufgewachsen. Er liebt Tweed und Tracht, fährt jährlich auf ein Sommerlager und genießt Abends gerne mal Single Malt oder eine Pfeife.

hofmann@businesscircle.at
+43 1 522 58 20-30

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