Das war die BIT 2017

16 Jahre BIT.

 

Seit bereits 16 Jahren versammeln sich alljährlich Führungskräfte aus dem Retail Banking, Private Banking und Zahlungsverkehr auf der BIT um aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bankwesen zu diskutieren.

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf disruptiven Technologien, verändertem Kundenverhalten und regulatorischen Vorgaben welche einen weitreichenden Umbruch im Banking verursachen.

redner1

Vorstandstalk: vnlr Christoph Wurm (Volkskreditbank), Günther Ritzberger (Hypo Niederösterreich Landesbank) Jochen Klöpper (Santander Consumer Bank) Lukas Sustala  (NZZ)

 

Wie umfangreich dieser Umbruch sein wird bzw, sein wird müssen und wie unterschiedlich die Auffassungen dazu sind,  wurde bereits zu Beginn der Konferenz im Vorstandstalkt zwischen Christoph Wurm (Volkskreditbank), Jochen Klöpper (Santander Consumer Bank) und Günther Ritzberger (Hypo Niederösterreich Landesbank) klar. Während Herr Wurm die These vertrat, dass Banken heutzutage viel zu sehr auf Regulatorik ausgerichtet sind und der Kunde mehr im Mittelpunkt stehen müsste, ließ Herr Klöpper mit einem provokanten Statement aufhorchen:

Ja der Kunde steht im Mittelpunkt; Und genau dort steht er uns im Weg!

 Gemeint damit war eine derzeit stattfindende dramatische Verlagerung der Manpower in Banken weg vom Kundengeschäft und hin zur Auseinandersetzung mit geänderten Regulatorien.

Die BIT 2017 in Bildern

Der Bereich Retail sieht die Geschäftsmodelle von Retailbanken vor revolutionären Änderungen stehen. Zukünftig wird jede Bank  ihre Rolle im Wettbewerb selbst definieren müssen.  Das bedingt ein Ende des Denkens in Kanälen und eine nachhaltige Änderung der Beraterprofile. Die Bank der Zukunft wird sich als eine Drehscheibe für digitale Dienstleistungen verstehen.

 Lars P. Feld einer der fünf Wirtschaftsweisen beschloß den ersten Konferenztag mit einer gründlichen Analyse der globalen Märkte und gab einen Ausblick auf die Zukunft Europas im globalen Wettbewerb.

redner2

Lars P. Feld

 

Zu Beginn des  zweiten Konferenztages erläuterte Andreas Hackethal von der Goethe Universität Frankfurt das Problem der letzten Meile in der Kundenberatung und die damit einhergehenden neuen Erkenntnisse zum Kundenverhalten.

 

Der Mensch reagiert nicht rational  und das kostet Geld. Daher muss man den Menschen bei seinen Investitionsentscheidungen – auch digital – unterstützen.

 

redner3

Andreas Hackethal und Karina Reisner

Auch im Private Banking liegt die zentrale Herausforderung an der Verbindung von digitalem und persönlichen Service. Robo Advisory ist ein Tool dem man sich bedient – jedoch nicht als Konkurrenz gesehen wird. Die Kernkompetenz des Private Banking liegt aber nach wie vor in der menschlichen Begleitung die nicht ersetzt werden kann. Ein interessantes weiteres Kundenfeld ist die Mittelschicht, die sich oft nicht so reich fühlt wie sie eigentlich ist und somit für Privat Banken schwer erreichbar ist.

 

All das was das Privat Banking ausmacht ist was einem Fintech fehlt.

 

 

Für Teilnehmer des Streams Zahlungsverkehr zeigte die BIT 2017,  dass der Europäische (und der Österreichische) Zahlungsverkehr in den nächsten 5 Jahren komplett  umgestellt wird. Der Weg dahin wird von Innovationen in Technologie (Block Chain), neue Möglichkeiten für Kunden (Instant Payments), wesentliche Änderungen im Rechtsrahmen (Zahlungsdienstegesetz neu) und neue Wettbewerb von Drittanbieter (Zahlungsauslösedienstleister und Kontoinformationsdienstleister) getrieben. Bleibt den Beteilligten  des ZV Ökosystem zu  entscheiden,"what's hot what's not" um im Rennen zu bleiben.

Zum Abschluß der BIT 2017 lud Prof. Dr. Michael Lehhofer, Leiter des Instituts für Nervenheilkunde am Landesnervenklinik Sigmund Freud  (Graz) zu einem philosophischen Gespräch zum Thema: "Glücklich sein trotz Geld". Die spannende Frage im Raum:  Macht Geld wirklich glücklich? Die Antwort blieb jedem selbst überlassen.

Sicher ist jedenfalls, dass es mehr als genug Themen gibt für eine spannende BIT 2018

Weitere Beiträge zum Thema Banken & Versicherungen
Bildnachweis: © Business Circle

Georg Reiser

Als sprichwörtliche Leseratte verbringt Georg den größten Teil seiner Zeit auf der Suche nach dem "Friedhof der verlorenen Bücher" oder wartet hoffnungsvoll auf Godot. Wenn er nicht gerade Abenteuer in seinem Kopf besteht, versucht er seinem Namen gerecht zu werden und möglichst viel von der Welt zu sehen.

reiser@businesscircle.at
+43 1 522 58 20-10

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Melden Sie sich an