Neue Rauchzeichen des Erfolgs: Die Revitalisierung der Tabakfabrik Linz

Zündende Ideen statt Zigaretten befeuern heute die Produktivität in der Tabakfabrik Linz. Nachdem sich die Tabakverarbeitung mit der Stilllegung des Betriebs 2009 buchstäblich in Rauch auflöste und die Stadt Linz das denkmalgeschützte Industriejuwel erwarb, sendet die Tabakfabrik nun als Brennpunkt der Wachstumsbranche Kreativwirtschaft neue Rauchzeichen des Erfolgs. Mittlerweile arbeiten bereits wieder über 400 Personen in der Tabakfabrik und damit viel mehr Menschen als vor ihrer Schließung.

 

Mit der Tabakfabrik Linz schuf der namhafte Architekt und Bauhaus-Vorreiter Peter Behrens, der als Erfinder des Corporate Designs gehandelt wird, eines der österreichweit bedeutendsten Bauwerke der klassischen Moderne. Im Geist ihres visionären Baumeisters soll die Tabakfabrik als Smart Factory der kreativen Industrien zentrale Weichen für zukünftige Innovationskraft stellen.

Bildcredit : “Christa Gaigg”


Auf dem rund 80.000 m² großen Fabrikgelände im Zentrum von Linz entsteht sukzessive ein speziell auf die städtischen Bedürfnisse abgestimmter Mix aus Coworking-Spaces, Ateliers, Werkstätten, Universitätseinrichtungen, Community Fab Labs, Veranstaltungshallen, Galerien, Gastronomiebetrieben, Concept-Stores, Begegnungszonen und Sozialräumen.

Bildcredit: “Christa Gaigg”


Während die Revitalisierung und Nutzung von Industriebrachen mit den Dimensionen eines eigenen Stadtteils vielerorts privaten Investoren für die Errichtung von Shopping Malls, Büros oder Privatwohnungen überlassen wird, erkannte und nutzte man in Linz das Potential des Areals für die Stadtentwicklung.

Bildcredit: “Florian Voggeneder”

 

Im Rahmen von internationalen Studien, Medienberichten, Forschungsprojekten oder Konferenzen wird die behutsame Transformation der Tabakfabrik Linz bereits als Best Practice Beispiel gelobt und ihre Bedeutung als Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Region betont. Davon zeugt auch die Länge der Interessentenliste, die von Global Players über etablierte Unternehmen bis zu kreativen Start-ups reicht und aktuell insgesamt 425 Ansiedelungsanfragen mit einem Platzbedarf von mehr als 110.000 m² umfasst. Gleichzeitig liegt der Vorvermietungsgrad für die in den nächsten drei Jahren zur Renovierung anstehenden Flächen bei über 50 Prozent.

 

„Nach sechs Jahren läuft die Tabakfabrik wieder auf Hochbetrieb. Abends wird das Gelände mit Konzerten und Festivals bespielt. Tagsüber wird gearbeitet: Handwerker, Kreative, Wissenschaftler, Künstler, alle finden Platz in der Tabakfabrik. Ein riesiger Spielplatz für neue Ideen. Ein städtisches Projekt auf der Suche nach Arbeitswelten gleich hinter der Gegenwart – und ein Magnet.“ (Bayerischer Rundfunk, Sendung Capriccio)


Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Revitalisierung der Tabakfabrik Linz – das Zusammenspiel von öffentlicher und privater Hand – ist Gegenstand des Kommunalwirtschaftsforums 2016. In Form einer Case Study präsentiert der Immobilienexperte Markus Eidenberger, kaufmännischer Direktor der Tabakfabrik Linz, innovative Finanzierungskonzepte und Lösungsansätze im Spannungsfeld von öffentlichem Zweck und ökonomischem Denken.

Von Mag. Nina Fuchs

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Georg Reiser

Als sprichwörtliche Leseratte verbringt Georg den größten Teil seiner Zeit auf der Suche nach dem "Friedhof der verlorenen Bücher" oder wartet hoffnungsvoll auf Godot. Wenn er nicht gerade Abenteuer in seinem Kopf besteht, versucht er seinem Namen gerecht zu werden und möglichst viel von der Welt zu sehen.

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