Das war das 2. Dialog-Forum Ernährung der Zukunft

Beim 2. Dialog-Forum „Ernährung der Zukunft“ am 16./17. März 2017 beleuchteten unter der fachlichen Leitung von Ex-EU-Agrarkommissar Franz Fischler namhafte Vortragende aus Forschung, Industrie und Politik, wie z.B. Tasso Haniotis, Chefökonom der EU-Generaldirektion Landwirtschaft, Trends und Innovationen entlang der gesamten Food Value Chain: von der EU-Agrarpolitik 2025 über Landwirtschaft 4.0, Urban Farming und nachhaltige Verarbeitungsprozesse bis zum Konsumenten der Zukunft und globale Trends. Auch das Thema Lebensmittelverschwendung wurde in Vorträgen aufgegriffen.

 

Für Hersteller und Handel im Bereich Lebensmittel eignete sich dieses Forum zum strategischen Austausch und Networking mit Führungskräften der Nahrungsmittelindustrie, Experten aus Wissenschaft und Forschung, Entscheidungsträgern aus Politik sowie relevanten Organisationen. Ebenso stand der Austausch mit Startups in einer eigenen Look-Feel-Taste-Area im Fokus der beiden Konferenztage.

 

Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der Bedarf an hochwertiger Nahrung. Die Lebensmittel von morgen müssen eine gesündere Lebensführung ermöglichen.

Hannelore Daniel, TU München

„Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der Bedarf an hochwertiger Nahrung. Das ist nicht die einzige Herausforderung, die auf uns zukommt. Die Lebensmittel von morgen müssen eine gesündere Lebensführung ermöglichen“, betonte Hannelore Daniel von der TU München im Rahmen ihres Vortrags.

Eines der größten Probleme der nächsten Dekaden wird aus globaler Sicht die Bereitstellung einer ausreichenden Menge an Lebensmitteln sein, um die stetig wachsende Weltbevölkerung zu versorgen. Zeitgleich wird der Lebensstandard einer Vielzahl dieser Menschen wachsen, so dass sich der Bedarf an hoch veredelten Lebensmitteln erhöht, die in ihrer Erzeugung gleichzeitig einen höheren Einsatz an Rohstoffen und anderen Ressourcen erfordern.

Franz Fischler, Hannelore Daniel, Gerhard Pichler

Franz Fischler, Hannelore Daniel, Gerhard Pichler

Für Thomas Ellrott vom Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen bedeutet die Ernährung der Zukunft vor allem eine Individualisierung: „Das Essverhalten gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch das Essverhalten jedes Einzelnen. Und es gibt immer mehr Extreme. Zum Beispiel Männer, die ihre Männlichkeit über teures Beef inszenieren. Auf der anderen Seite der Skala finden sich die Hardcore-Veganer, auch das können Männer sein. Häufiger aber sind es Frauen.“ Auf die derzeit beliebtesten Diätformen angesprochen, antwortete er: „Das reicht von der sogenannten Steinzeiternährung oder Paleo-Diät, bei der alles so ursprünglich wie möglich sein soll, bis zum Functional Food, also genau dem Gegenteil, den künstlich optimierten Nahrungsmitteln. Auch Vegetarismus und Veganismus liegen im Trend, ebenso wie Laktose- oder Gluten-Unverträglichkeit.“

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Thomas Ellrott: Warum isst keiner mehr normal?

Ein weiteres Highlight war der Vortrag von Tasso Haniotis, Chefökonom der EU-Generaldirektion Landwirtschaft zur EU-Agrarpolitik 2025. Er beleuchtete Rohstoffe, Preisentwicklungen, Märkte, Marktordnungen und Risikoversicherungen aus Sicht der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union.

Tassos HaniotisTassos Haniotis bei Ernährung der Zukunft

Ein weiterer Themenblock war den globalen Trends in Sales & Purchase gewidmet indem u. A. Fabio Ziemßen (E-Food Blog) und Werner Wutscher (New Venture Scouting) den Kunden als „Point of Sale“ beleuchteten und die neuen Player am Markt sowie deren Geschäftsmodelle analysierten.

Abschließend zeigte Marcus Gull (Gull + Company) auf, dass für eine erfolgreiche Positionierung am Markt ein authentisches Marken-Story-Telling notwendig ist.

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Bildnachweis: © Business Circle
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